Wundel.com

 

Um meine Person ist es in der KLEIN–Szene ziemlich still geworden...
Mittlerweile wird seit Jahren mein privates Leben durch meinen Beruf ziemlich "abgewertet"...

Aus diesem Grund bin ich leider zu starken Veränderungen gezwungen,
und schließe diese Webseite mit etwas Wehmut nach 12 Jahren :-(

 
Counter von http://www.digits.com
!!!! DANKE für die ganzen netten e–mails
die mich sehr Positiv mit diesem Artikel bestätigen :-)

!!! Es gab mal Zeiten in der Gesellschaft..., da stand der Meisterbrief.., "für Qualität und Aufstieg in die Mittelschicht"..... ganz unten auf der Seite !!!

!!! Fahrradmonteur... ganz unten auf der Seite...

Definition: Warum wir so bitterlich Versagen am Kunden in der Erbringung unserer Werkstatt–Leistung !!

Werkstatt... das ungeliebte Stiefkind bis heute !!!!
Unbedingt lesen...

Einer muss den Anfang machen... Bin ich es halt... Grüße an alle, Frank

Zweirad–Mechaniker, ein interessanter Beruf... in Schuld und Abwertung...

Oder...

Mein Konkurrent der "Berufs–Quereinsteiger" mit Bastel-Wissen und Idealismus...

Die Fahrradbranche die ihr eigenes zugehöriges Berufsbild abwertet...

...und das berufsfremde Berufsbild, ohne Fachwissen, bis in Spitzen Positionen aufwertet !

In den letzten 25 Jahren habe ich viel rund um das Thema Fahrrad erlebt. In den 80er Jahren BMX Freestyle gefahren. Die Blütezeit des Mountain Bikes gelebt und alle technischen Entwicklungen mitverfolgt. Vom Reiserad bis Mountainbike, vom Kinderrad zum E–Bike. In den 17 Jahren Fahrrad–Branche habe ich beruflich an jeder Art von Fahrrad "geschraubt".
Ich habe immer auf ein sehr hohes Qualitätsniveau geachtet und definitiv umgesetzt... und Trends eingebracht...

Werkstätten habe ich komplett aufgebaut und eingerichtet bis zur letzten kleinen Schraube. Von A bis Z...

Ich bin noch die Ausbildungs–Generation mit Ausbildungs–Inhalten:
Ein halbes Jahr lang nur U–Stahl feilen... Bohrplatte anfertigen und mit dem U–Stahl zusammen einen LKW bauen
(den habe ich heute noch). Aus einem Viereck–Klotz wurde ein Würfel gefeilt. Mess–Werkzeuge wurden ins Kästchen
(mit Filzeinsatz) nebeneinander abgelegt ! Feilen wurden geordnet auf die Werkbank gelegt.
Feilen, Bohren, Messen, Sägen, Kleben, Löten, Schweißen, Schaben, Biegen, Reiben, Nieten usw.

Und wenn man heutzutage einen Zweiradmechaniker (3,5 Jahre Lehrzeit) oder Fahrradmonteur (2 Jahre Lehrzeit) fragt
was er an Ausbildungsinhalten vermittelt bekommen hat... Fast immer die gleiche Antwort... "Viel habe ich nicht gelernt". Die erzählen oft das gleiche Leid... Werkstatt und Probleme...

Das abwertende Verhalten der Fahrradbranche gegenüber dem eigenen zugehörigen Berufsbild hat sich bis
heute kaum verändert. "Versagen und Scheitern" wird heute noch als Versagen und Scheitern des eigenen
Berufsbildes kommuniziert... (??? !!!)

Immer schon zog es Berufsquer–Einsteiger aus allen Berufsfeldern in die Radbranche. In den 80er Jahren die Bastel–Ökos... In den 90er Jahren mit dem MOUNTAIN–Bike–Boom die Hobbyschrauber und Lebenskünstler (heute Radladen und Morgen große Weltreise).
Die Hobby–Rennrad–Fahrer die "Verbal–Sport" betrieben haben und "sowieso alles konnten"...usw, usw...
O–Ton sehr oft mir gegenüber: "Ich will in dieser Branche mein Hobby leben". "Das kann doch jeder, am Fahrrad schrauben..., das muss man nicht extra lernen".

Ich hatte mal einen Vorgesetzen der war im vorigen Beruf Teppichverkäufer...
Der sollte mit "authoritärem Verhalten" Ordnung in den Laden bringen !!
Kläglich gescheitert...
Da gab es noch einen "Filialleiter".... ach ja der war gelernter Maurer... Er fuhr zumindest Rennrad–Rennen.
Kläglich gescheitert...
Dann gab es im Großflächen–Radladen einen Ober–Werkstatt–Bereichsleiter... auch berufsfremd...
Das war Versagen und Scheitern in der ganzen Umsetzung...
Und dann in der Werkstatt über die Jahre die ganzen Mitarbeiter und Aushilfen...,
die nicht einmal einen Sattel oder Ständer richtig montieren konnten.
Klägliches Versagen und Scheitern...
O–Ton des berufsfremden Vorgesetzten: "Frank, das ist halt Mitarbeiter–Fluktuation". "Das muß die Werkstatt halt tragen".

Und der tägliche Kampf mit dem Fabrikschrott ab Fabrik. Quer durch alle Preisklassen !
Vom 249,– Euro Kinderrad, zum 799,–Trekkingrad, zum 1900,– Euro E–Bike bis zum 5000,– Euro Fully–MTB... usw...
Im Unternehmen natürlich negativ der Werkstatt angelastet !

Die Branche hat bis heute schwere Qualitätsprobleme an allen Radtypen. Vom MTB bis zum E-Bike usw.
Man wird in der Saison teilweise täglich mit kaputt montierten Neu–Fahrräder konfrontiert !
Sozusagen mangelhaft direkt ab Hersteller–Montageband..., in die Werkstatt des Fahrrad–Händlers angeliefert.
Und wie sieht der Arbeitsalltag aus eines Fahrrad–Mechanikers bei der Montage eines Neurades ???

Abgeknickte Disc–Bremsleitungen.
Eiernde Disc–Bremsscheiben.
Kratzer im Lack oder an den Bauteilen.
Nicht funktionierende SHIMANO Komponenten–Mixerei.
Beulen im Rahmen.
Knisternde Alurahmen und Alugabeln... (begleiten mich seit Jahren).
Schiefe Schaltaugen am Rahmen. (Standard !!)
Schleifende Kettenkästen. (Am Kurbelarm vorne oder schief angeschweißte hintere Befestigung).
Kaputt genietete Ketten (meist am SHIMANO Kettenstift).
Schlackernde Federgabeln und Sattelstützen am Cityrad...

Ausgelutschte Inbusschrauben sind Standard (wechseln die ihre Bits nicht ??). Eine Kettenlinie an Nabenschaltungsräder kennt die Radbranche erst gar nicht... Naja, wird ja unter dem "VSF zertifiziertem Chainglider" toll versteckt. Bremssockel an Rahmen und Alugabeln schief verschweißt sind Normalität (ist ne V–Brake denn gerade ???)... Sitzrohre ausreiben am Neurad ??? Was ist das denn ?? Kommt ja auch nur ne Carbon Sattelstütze rein...
Bei einem hochpreisigem Hersteller wurden die Kratzer an den Vorbauten eine ganze Saison lang !!..., mit einem schwarzen EDDING Filzstift ausgebessert !!! Die Vorbauten hatten sichtbar, "fleckige schwarz–blaue pickelige Punkte", auf der Oberfläche...
Wir nannten es bei uns im Laden einfach nur noch "sarkastisch"... "Die Vorbauten haben wieder eine EDDING–Lackierung bekommen" !!
Der Hersteller begründete es wieder damit: "Wir haben es den Mitarbeitern am Montageband schon mehrfach weiter gegeben". "Wir kennen die Probleme an unserem Montageband". "Tauschen sie einfach immer den Vorbau aus".

Wie oft war ich bei Vorgesetzten zum Gespräch mit Inhalten wie: "Werkstatt rechnet sich nicht".
"Die Probleme im Unternehmen sind nur bei euch im Werkstatt–Bereich".

Und sehr oft kam es zu lauten Worten... Hilflose Berufsfremde Vorgesetzte, Handeln gegen die Werkstatt !

Wer ist denn Schuld an diesem Dilemma rund um die Werkstätten ???

Und dann die ganzen anderen Fahrrad–Neukauf–Versprechen zu Lasten der Werkstatt:
1.te Inspektion nach Neukauf gratis... (meist mit erste Umsonst–Reparatur verbunden).
Individuelles Umbauen von Komplett–Fahrräder... (Neuräder auseinander– und umbauen !!!).
Lenkerumbau Monate nach Neukauf... (Schalt– und Bremsleitungen oft zu kurz !)
Permanente Sattel Tauscherei... weil der Kunde ja nie Sitzen kann !
Winkelvorbau mehrfach verändern...
Kettenkästen nachträglich anbringen... (Ganze Innenlager muß dafür raus !)
Laufräder nachzentrieren...

Alles nach Kundenwunsch zu montieren oder umzubauen ohne Aufpreis am verkauften Neurad ist doch täglicher Werkstatt–Standard..., Flaschenhalter, Computer, Comfort–Lenkergriffe, Bar–Ends, Unplattbar–Reifen, Schläuche mit DV–Ventil, Kettenkästen, Federsattelstütze, Schutzbleche, größeres Ritzel + Kette hinten für Nabenschaltung, Chainglider, Kindersitz, Kinder–Anhänger, Fahrradkorb, Sattel, Lenker, Vorbau...
Alles ohne Aufpreis an– und umbauen... Der Kunde bekommt sozusagen "sein Individual–Manufaktur–Fahrrad"... erstellt aus einem Standard Komplett–Fahrrad... !!

Und dann die Diskussionen, mit Vorgesetzten..., die Werkstatt rechnet sich nicht ??? Wieso wird diese Umsonst–Mentalität in der Fahrrad–Branche, dem eigenen Berufsbild, also dem Zweirad–Mechaniker, als Schuld angelastet ???
Wie soll sich eine Werkstatt rechnen, wenn ich als ausgebildeter Fachmann, permanent Aushilfen hinterher arbeiten muß, die nicht einmal Grundkenntnisse in Bezug auf Fahrrad–Technik haben ??
Wenn ich als Fachmann, mal wieder kein passendes Werkzeug zum montieren habe, und deswegen Tricksen muß ??
Wenn ich berufsfremde Vorgesetzte habe, die meine Arbeit, bzw mein Handeln aufgrund fehlender Fachkompetenz, bzw Berufserfahrung, doch gar nicht bewerten können ??
Wenn ich erst Neufahräder reparieren muß, damit ich überhaupt erst dann, dieses Neufahrrad dem Kunden fachgerecht übergeben kann ??

Und dann die provisionsvergüteten Verkäufer und Aushilfs–Verkäufer die dem Kunden alles versprechen,
und die Werkstatt hat danach den Aufwand durch Montage–Probleme !!

Werkstatt rechnet sich nicht ??? Wir machen doch alles Umsonst, Gratis, Kostenlos !!!

Und dann die ewigen Diskussionen mit Kunden die abgerockte verdreckte Fahrräder zur
Reparatur abgeben möchten...
O–Ton: "Können sie es wieder herrichten" ??? "Wir hängen doch so an dem Fahrrad" !!
Und vor dem Laden steht der Jahreswagen mit DSG Schaltgetriebe, und Alufelgen–Sommerbereift
incl. neuem Thule Fahrrad–Heckträger...
Und darauf steht das 10 Jahre alte Fahrrad...!!
Der Klassiker am Samstag Vormittag wenn die Mittelschicht vorfährt...
...also bekommt der Fahrrad–Heckträger, vom Kunden mehr Aufmerksamkeit,
und weckt als solches beim Kunden Emotionen...
im Gegensatz zum abgewerteten und für den Kunden emotionslosen Fahrrad :-(
...das ist leider gesellschaftliche Abwertung.

Das lächerlichste sind die befristeten Saison–Arbeitsverträge...
Und jeden Winter wieder aufs neue bei Hartz 4 anmelden...

Und wofür ich mich mittlerweile so dermaßen schäme sind die Vorstellungsgespräche...
Man wird oft schon so abgewertet das man sich innerlich für diesen Beruf und Branche schämt.

Letztes Vorstellungsgespräch bei einem großen Bielefelder Fachhändler... O–Ton: "Bitte bauen sie mir die Werkstatt wieder auf Herr Wedekind". "Hier ist leider in den letzten Jahren durch Mitarbeiter–Fluktuation die Werkstatt zerstört worden"... "Wir wissen gar nicht mehr was wir noch für Werkzeuge haben"...
...Schraubstock und Schleifmaschine waren an der Werkbank befestigt mit... großen Schraubzwingen... (Gefährlich, oder ???).
Dann hat der Filialleiter mir noch die aktuellen E–Bikes gezeigt... Ein E–Bike: Gates Zahnriemenantrieb, Syntace Komponenten...vom Feinsten...
Das Angebot lag in diesem Unternehmen für eine Vollzeitstelle mit 40 Stunden Woche bei einem Grundgehalt von 1300,– Euro Brutto !!! plus AW Werte. Für das komplette Neu Aufbauen der Werkstatt wollte man mir ein paar Überstunden gut schreiben... Lächerlich.

Auszug eines anderen Vorstellungsgespräches... Nachdem mir der Geschaftsführer inhaltlich alles erzählt hat über das Unternehmen (große Fabrik), und den gestellten Anforderungen der angebotenen Stelle...
O–Ton Geschäftsführer: "Sie sammeln 160 Überstunden auf ein Zeitkonto an". "Ich kann ihnen nicht garantieren das sie Urlaub nehmen können". "Dann werden sie mir in diesem Unternehmen die Erwartungshaltungshaltung auf Meister–Niveau umsetzen, aber sie werden in meinem Unternehmen nur als Geselle bestätigt". "Ich will das sie hier meine Probleme lösen im Montage–Bereich, die auch wir hier haben". "Und nicht das sie meinen sie könnten hier bei mir Karriere machen und richtig Geld verdienen". "Da muß ich sie leider enttäuschen". "Ich will das sie sich meinem Unternehmen gegenüber beweisen"...

Unser Scheitern ab Werkstatt–Tresen:
Wenn wir doch ehrlich sind in der Fahrradbranche... Scheitern wir heute noch am Kunden, mit "unserer Fachkompetenz",
bei Überschreiten der Schwelle zur Werkstatt !!!
Der Bastler lernt den Bastler an in unserer Branche... Gelerntes Bastelfachwissen !!
Das wäre ja so, wenn in einer Mercedes Filiale, ein Kunde an seinem Mercedes Fahrzeug, ein AMG Styling Paket bestehend aus Front– und Heckschürze, montieren lassen möchte... Vorher wurde dem Kunden der Wertigkeit entsprechend, im hochmodernen Verkaufsraum, alles noch vom Verkäufer präsentiert...
Und am Werkstatt Tresen sagt dann der Meister: "Es tut uns Leid, Herr Dr. Schmidt". "Wir können bei uns im Unternehmen diese beiden Fahrzeugteile nicht fachgerecht montieren". "Wir haben im Moment leider kein fachlich ausgebildetes Werkstattpersonal".

Wie definiert die Fahrradbranche denn, Werkstatt ??? Ein paar Werkzeuge an die Wand und fertig los ??
Wir können uns so am Markt und Kunden beweisen ?? Wir sind jetzt sogar E–Bike Referenz–Center ??
Wir haben Top ausgebildete angelernte Fachkräfte ??

Werkstatt–Definition: In Autosprache erklärt.
Der Automobilverkäufer geht nach erfolgreichem Vertragsabschluß mit dem Kunden zusammen hinter das Autohaus... Dort steht eine zusammengeschusterte Wellblech–Hütte... an der ein riesengroßes Schild angebracht ist... auf diesem steht in Großbuchstaben:
Automobil–Kompetenz–Centrum
Automobile und Motorsport sind unsere Leidenschaft
Dann wird das 45,000,– Neufahrzeug in die Wellblech–Hütte eingefahren und mit einem Gabelstapler auf Euro–Paletten abgestellt... Dann sagt der Top–Verkäufer: "Wir werden uns jetzt am Kunden mit dem Aushilfs–Mechaniker in dieser Top–Werkstatt beweisen". "Wir montieren die 3000,– teuren 19 Zoll großen Motorsport–Design–Alufelgen mit 245/ 35 R19 Sommerbereifung fachgerecht"... "Und bis 150000 Kilometer sind alle Ölwechsel incl. aller Filter gratis mit dabei".
"Wir leben seit 30 Jahren in diesem Autohaus die Leidenschaft rund um das Automobil und Motorsport"...!!!

Werkstatt Definition: Aus meinem Fahrrad–Arbeitsalltag erklärt.
Ein Auszug aus Scheitern an Bremse montieren in der Werkstatt...
Mitten in der Saison stehe ich an meinem Reparaturständer und arbeite mein Reparatur Tagesprogramm ab. Gegenüber meines Arbeitsplatzes steht der "nicht richtig qualifizierte Mechaniker" und sprüht seit knapp 15 Minuten mit WD40 herum. Unter dem Fahrrad ensteht schon eine Öllache. Irgendwann frage ich nach was er denn da die ganze Zeit macht. Antwort: "Ich versuche die V–Brake Bremsarme gängig zu machen". Ich frage: "Warum" ??? Antwort: "Die Bremse ist so fest gegammelt, ich will sie gängig machen". Ich schaue genauer auf das Fahrrad und sehe ein komplett abgerocktes RAGAZZI Supermarkt Fully. Ich frage: "Warum versuchst Du diese korrodierte Billig Bremse überhaupt gängig zu machen" ?? Antwort: "Ich habe es dem Kunden versprochen" !! Ich frage etwas irritiert: "Wie soll sich das rechnen, wenn wir versuchen ungepflegten Supermarkt Schrott gängig zu machen" ??? Antwort: "Wir müssen doch Kundenservice zeigen". Ich frage jetzt genervt: "Kundenservice ??? Warum hast Du dem Kunden denn keine Shimano Acera V–Brake für 10,– Euro verkauft" ??? Antwort: "Wir müssen doch nicht immer gleich Neuteile verkaufen" !! Ich denke jetzt reicht es und gehe in Konfrontation über. Ich frage: "Du nimmst das abgerockte vergammelte Supermarkt–Fully zur Reparatur an, und versprichst dem Kunden für Billig Geld die Bremse gängig zu machen" ?? "Definiere mir doch mal Fachgeschäft", sage ich. Daraufhin sage ich weiter: "Wir haben es nicht geschafft dem Kunden eine Bremse in SHIMANO XTR oder XT Qualität zu verkaufen, weil es XTR und XT im Fachhandel oft nicht gibt". "Wir hätten aber LX , Deore, und Acera Qualität da". "Die Acera Bremse für 10,– Euro hast Du dem Kunden nicht einmal empfohlen" !!! Ich darauf hin weiter: "Du hast aber fast eine ganze Dose WD40 für 5,– Euro versprüht, eine Öllache produziert und die Bremse ist immer noch fest". Ich schaue ihn an und spreche weiter: "Wir haben nicht die VW Phaeton Qualität verkauft". "Nicht die Passat Qualität". "Nicht mal den Golf". "Keinen Polo". "Keinen Lupo". "Hast Du verstanden was ich meine mit Fachgeschäft" ??? Er schaut mich an und sagt einsichtig: "Mit der Acera Bremse für 10,– Euro hast Du recht, Frank..."Da hätte ich mir das Gefummel ersparen können..."
Die Realität... Wir scheitern in der Werkstatt mit einer 10,– Euro Bremse... Und produzieren eine 5,– Öllache...

!!! Der Beruf Zweirad–Mechaniker geht bei diesem Versagen bitterlich unter... Wer ist Schuld ???

!!! Wir schaffen es nicht dem Kunden gegenüber die 10,– Bremse:
Zu "Kommunizieren"... (kurzes Fachgespräch).
Zu "Verkaufen"... (Vertragsabschluß).
Zu "Montieren"... (Fachgerecht).

Definition: Warum wir so bitterlich Versagen am Kunden in der Erbringung unserer Werkstatt–Leistung !!
5 Minuten Fachgespräch/ gegen / Scheitern an Bremse montieren !!

Wir verkaufen..., kommunizieren.., ja in der Fach–Werkstatt gar nichts..., in Bezug auf unserem Handeln..., unserer Werkstatt–Reparatur–Leistung..., ausgedrückt durch ARBEITSWERTE (AW)..., die wir an einem Kunden–Fahrzeug erbringen wollen !!
(AW=Arbeitswerte, 1 AW = 6 min/ a" 5,–,/ 1 Std = 10 AW x 6 min a" 5,– = Werkstatt–Gesamtstunde 50,–... variabel je nach Bundesland, je nach Radladen und AW Zeitfaktor !!)
Wir scheitern doch schon vor der Werkstatt... also bei der "Reparatur–Annahme"..., so bitterlich am Kunden...
Beispiel Bremsengeschichte: Der Reparatur–Annahme–Fehler ...
Der Mechaniker hat.., unsere Fach–Werkstatt–Leistung "dem Kunden gegenüber nicht kommuniziert"...
Der Mechaniker.., hat nicht..., einen kleinen 5–Minuten–Reparatur–Annahme–Check, mit Augen und Händen ausgeführt...
um damit einen gegenwärtigen IST–Zustand festzustellen...
und sogleich dieses dem Kunden SELBSTBEWUSST zu kommunizieren !
(Reparatur Mehraufwand=höherer Arbeitswerte Werkstattumsatz)
(Ersatzteile Mehraufwand=höherer Wareneinsatz also Mehr–Verkauf)

Definition: IST–Zustand des Fahrrad
Mit Augen und Händen "scannen"...
Da kann man schon vieles ablesen was das Fahrrad uns technisch in seiner Biografie erzählt...
Marke, Image des Fahrrades ???
Qualitäts–Stufe des Fahrrades (Supermarkt, Mittelklasse, High–End) ???
Gepflegtes Fahrrad ???
Wurde optisch erkennbar dran herum gebastelt durch den Kunden ???
Komponenten–Mixerei bzw Komponenten–Kompatibilität ???
Verschleiß an Kettenblätter, Kette, Kassette, Schaltröllchen ???
Schaltauge schief ???
Carport–Fahrrad wegen Korrosion ???
Rost ??? (Steht das Fahrrad ungeschützt draußen ???)
Optisch was schief ??? Bar–Ends, Gepäckträger usw, usw, usw...
...diesen IST–Zustand lese ich in 2 Minuten vom Fahrrad ab...

WIR VERSCHENKEN GELD in der Werkstatt..., aufgrund diesem Auftreten gegenüber dem Kunden (Bastel–Denken) und Erbringung der Werkstatt–Leistung..., also die Montage (Bastel–Handeln)...
5 MINUTEN...
Um hier schon eventuellen "Mehraufwand" oder Probleme zu erkennen..., und daraus "Kennzahlen" (Kennzahlen=Kosten, Preise, Teileverkauf) "im KOPF" auszurechnen !!
Um den Kunden die Summe..., die zu erwartenden Kosten der Reparatur..., gleich SELBSTBEWUSST gegenüber zu kommunizieren...
"...Unsere kommunizierte Fach–Werkstatt–Leistung für den Kunden am Kundenfahrzeug..."

Man kann dieses einfach dem Kunden vorrechnen..., evtl. auf einem kleinen Zettel "eine grobe Auflistung" machen...
Beispiel: Ersatzteile/ Montagekosten
1 x SHIMANO Acera Bremse 10,–
1 x evtl. Bremsseil + Bremsaußenhülle ca. 10,–
1 x Kleinteile wie Bremsseil–Endkappe u. Bremshülle–Endkappen 0,30,–

1 x Montage–Kosten der Bremse incl. Kleinteile
Ca. 4 AW /24 minuten/ a" 5,– = 20,–
Gesamtsumme 40,30,– Euro

!!!! Wichtig... Gleich dem Kunden nochmal... den eventuellen Montage–Mehraufwand aufgrund des schlechten IST–Zustand des Fahrrades...
... und daraus resultierende Mehrkosten... bitte kommunizieren... !

Das heißt... wenn z. B die Gammel–Bremse nur unter großem Mehr–Aufwand an Zeit, zu demontieren ist...
...(Reparatur Mehraufwand=höherer Arbeitswerte Werkstattumsatz)...

!!! Ein befreundeter Zweiradmechaniker (Verkäufer, TOP moderner Verkaufsraum !) bat mich dieses Beispiel unbedingt zu schreiben, weil es auf seiner Arbeitsstätte, im Verkaufsraum im Jahre 2014 noch so abläuft...
Und sein berufsfremder Chef ihn nicht versteht beim Thema.... "Kommunizieren unserer Werkstatt–Leistung am Kunden"... :-(

Definition: "Unser Werkstatt Konflikt"
Einen sehr großen Anteil.., an dieser UMSONST Mentalität/ Einstellung.., in Richtung Werkstatt.., in Richtung Kunde (Gesellschaft)..., und in Richtung Fahrrad–Branche...,
..."Umsonst–Herrichten–Montage–Bastel–Werkstatt–Hobby–Leistung"...
...haben die Ökos, die Hobbybastler, die Lebenskünstler, die Berufsquer–Einsteiger, die Verbal–Sportler...,
"in die Fahrrad–Branche mit eingebracht"..., zu einem großen Teil... selbst... "ausgesät"...
Die folgende Einstellung, dem Kunden oder der eigenen Werkstatt gegenüber, war doch jahrzehntelang folgende...
..."Gehen Sie in die Werkstatt und lassen sich mal gerade schnell den Scheinwerfer umsonst montieren"...
..."Das bekommen wir auch ohne Spezial–Werkzeug montiert"...
..."Das muß man beruflich nicht lernen, das ist doch Hobby"...
Diese Mentalität/ Einstellung ist heute noch im Kopf... in der Fahrrad–Branche und in der Gesellschaft (Kunde)...
Und daraus entwickelt sich der..., "Konflikt"..: High–Tech–Fahrrad... und... Werkstatt–Scheitern...

Aus DUDEN:
Mentalität: Geistes– und Gemütsart; besondere Art des Denkens und Fühlens
Einstellung/ Standpunkt: bestimmte Einstellung, mit der man etwas sieht, beurteilt

!!!! Werkstatt... das ungeliebte Stiefkind bis heute !!!!
Ich kann mich noch heute an viele Diskussionen erinnern, wo es um die Anschaffung neuer Werkzeuge oder um die Ausstattung in der Werkstatt ging...
Die der berufsfremde Vorgesetzte mir gegenüber als "unwichtig" abgetan hat...
O–Ton damals: "Lasse das uns mal machen mit der Werkstatt.., Frank..."
!! Das Absprechen der Fachkompetenz des Zweiradmechaniker–Berufsbild durch berufsfremde Vorgesetzte !!
Ob es das klassische CAMPAGNOLO 1" Zoll Steuersatz–Einpress–Werkzeug war, welches bei den neuen 1 1/ 4" Steuersatz–Maß nicht mehr passte...
Das SHIMANO Innenlager–Werkzeug (erste Version) für die BB UN 52/ 72 Lager, welches dann nicht auf die neuen dickeren ISIS Lager passte...
...wo dann zum Glück ein Kunde für uns das Werkzeug "innen etwas ausgedreht" hat...
Die Kunden wollten dann in den 90er Jahren die teuren CHRIS KING Steuersätze montiert bekommen, wo wir dann in der Werkstatt..., "Tricksen mußten"..., weil man das eingeklebte Lager am CHRIS KING ja nicht "Druck" belasten soll !!!
Bis dann unsere damalige Einspeichaushilfe (sehr netter hilfsbereiter Rentner) auf seiner alten Arbeit, von einem ehemaligen Arbeitskollegen, für unsere Werkstatt flache Einpreß–Schalen hat drehen lassen !!
Dann konnten wir endlich fachgerecht und professionell die Chris King Steuersätze einpressen...
So haben wir uns irgendwie immer weiter selbst beholfen...
Weil der Vorgesetzte oft keinen Grund sah für neue Werkzeuge...
Ende der 90er, mit Aufkommen der Pulverbeschichtungen, hatten wir richtige Probleme "die zugepulverten Gewinde" im Rahmen–Innenlager–Gehäuse frei zu schneiden, aufgrund des schon alten stumpf gewordenen Campagnolo Innenlager–Gewindeschneider..., wo der Austausch neuer Gewinde–Aufsätze dem Vorgesetzten zu teuer war...
Dann mit dem Aufkommen der hochwertigen Mountainbike–Fully Rahmen, wurden die Gleitlager einfach mit einem Hammer in den zugepulverten Rahmen geklopft. Da gab es doch kein Werkzeug für...
Und wie oft konnte der Einkäufer für unsere Haus–Eigene–MTB–Marke keine passenden Sattelstützen besorgen. Da mußten wir dann an einer ganzen Serie von Fully–Mountainbikes die Sitzrohre ganze 0,8 mm !!! von Hand ausreiben mit einer verstellbaren Handreibahle !!! Wer schon mal beruflich eine Reib–Passung erstellt hat, weiß was ich mit 0,8 mm meine, und schüttelt jetzt wahrscheinlich mit dem Kopf...
Da war dann jedenfalls innen im Sitzrohr eine "Kante"..., worauf die Sattelstütze dann anlag und sich nicht weiter versenken ließ... Vom berufsfremden Vorgesetzten halt so angeordnet...
Dann bei Einführung der Scheibenbremsen durch die Fahrrad–Industrie... haben wir noch am Anfang versucht..., die Bremssattel–Rahmen–Aufnahme.., mit der Feile gerade zu feilen.., damit der Bremssattel nicht so schief steht...
Bis dann irgendwann der MAGURA Gnann–O–Mat (Bremsattel–Aufnahme Rahmenfräse) in die Werkstatt kam...
Ein Werkzeug zum Richten der eiernden Bremsscheiben gab es damals am Markt noch gar nicht... das hat mein damaliger Werkzeugmacher Kumpel für mich, heimlich auf seiner Arbeit, an einer Erodier–Maschine gebaut...
Ich weiß noch wie ich mehrfach den Einkäufer angesprochen habe, er soll doch Bitte..., die Ersatzteile für die ausgeplünderte "SHIMANO NEXUS" Nabenschaltung Ersatzteilebox bestellen...usw, usw, usw

!!! Diese abwertende Denkweise und Handlungsweise in Bezug auf Werkstatt...
...ist bis heute im Kopf der Fahrrad–Branche verankert...
..."Oh Gott... brauchen wir das Werkzeug oder die Tackle Ersatzteilebox" ???
..."Die Probleme haben wir im Unternehmen nur bei euch in der Werkstatt" !!!

Die privaten Diskussionen im Bekanntenkreis...
...die Berufsbilder haben wie, Werkzeugmacher (Tiefziehen), Werkzeugmacher (Sondermaschinenbau), Dipl. Ing Maschinenbau (Automobiel), CNC–Fräser (selbstständig 3 Fräsautomaten) usw, usw, usw..., schütteln nur mit dem Kopf über diese "selbstgemachten Probleme" in meinem Beruf...
Im Bekanntenkreis fahren alle hochwertige moderne Mountainbikes... und sind selbst schon oft mit den negativen Technik– und Werkstatt–Problemen konfrontiert worden...
Ich antworte dann meist darauf: "Schreibe einen Leserbrief an unsere große Fachzeitschrift..., am besten mit der großen Überschrift... ICH EUER HIGH–TECH KUNDE..., und erzähle dein Leid mit dem ganzen Fabrikschrott und negativer Werkstatt–Erfahrung... PUNKT".
Die Antwort und der Gesichtsausdruck ist dann meist immer gleich: "Ich verstehe das alles nicht, Frank". "Wenn ich so arbeiten würde wie ihr, dann wäre ich Arbeitslos aufgrund von Kündigung durch meinem Arbeitgeber" !

Passt das alles noch zusammen ???
E–Bikes mit balde unüberschaubarer Motorvielfalt, in der 05/2014 BIKE Ausgabe Hybrid MTBs mit 650B Hinterrad und 29er Vorderrad, Carbon Rennräder bis zu 10000,– Euro, das ewig währende Supermarkt–Fahrrad, 7 Innenlager–Standards.....
...in den Stellenangeboten der Fahrradbranche (SAZ.de, velobiz.de, Bikejobs.de) permant die gleichen ausgeschriebenen Stellen aufgrund von Mitarbeiter–Fluktuation in der gesamten Fahrrad–Branche...
...dann heute noch eine Werkstatt–Umsetzung in der Fahrradbranche wie 1989...
Wir müssten doch mal langsam umdenken in der Fahrrad–Branche...
High–Tech Fahrrad auf der einen Seite.....
und die wie..., "Karl Depp"... geführte Werkstatt und das abgewertete mit SCHULD belastetete zugehörige Berufsbild auf der anderen Seite... :-(

...da kann man nur noch sagen... PLOPP.... und auf EX runter mit dem Zeug...
damit einem die Sinne vernebeln... wegen dieser "Riesen–Luftblase"... Fahrrad–Werkstatt...

Definition: Die Klassiker der "SAUSTALL Werkstatt"...
Hier ein paar kurz formulierte Klassiker die mich seit 17 Jahren begleiten...

Ober–Ober–Klassiker Nr. 1... Der ausgeplünderte Knarrenkasten...!!!!!

Ober–Klassiker Nr. 2... Der ausgeplünderte Bohrer Sortimentskasten...

... Der Billig 15er Maulschlüssel zum Pedale montieren mit KANTE in der Kontakt–Fläche...
... Der als Schlagwerkzeug zweckentfremdete Schraubendreher mit Kante in der Klinge...
... Die wochenlang NICHT aufgeräumte Werkbank...
... Die überquillende Schrottkiste...
... Die stumpfen Feilen...
... Die auf dem Boden liegenden Werkzeuge...
... Die fehlenden Standard–Gewindebohrer...
... Die verschlissenen Ring–Maulschlüssel, zurückgehängt an Werkzeugwand...
... Schneidwerkzeuge mit ausgebrochenen Schneiden...
... Die nicht nachsortierten "Tackle–Boxen"...

Der Klassiker in der Fahrradbranche für die Bezeichnung der Werkstatt ist das Wort: "Saustall..."
Ich nenne es... "Schlampig umgesetzt"...
Es ist immer wieder dieses..., "HALB–FERTIG–DENKEN" und "HALB–FERTIG–HANDELN"...
beim Thema Werkstatt... also... Saustall hinter Werkstatt–Tresen...

Werkstatt "Intellekt". Hinterhof–Garagen–Werkstatt.
(Intellekt von lateinisch –intellectus– "Erkenntnisvermögen", "Einsicht", "Verstand")
Sind wir denn noch immer in der Branche vom Intellekt her, wo wir 1985 standen ??? In der Hinterhof–Werkstatt wo man an Puch Maxi, Hercules Prima und Zündapp Mofas geschraubt hat ??? Wo man dem Kunden gegenüber aufgetreten ist, im dreckigen grauen Kittel, mit "SACHS" Aufnäher (SACHS Motoren) ??? Sind wir im Geist noch immer an dem Stahl–Damenrad, mit 3–Gang Fichtel&Sachs Rücktritt–Brems–Nabe und im Schutzblech eingefädelten Rockschutz, am Krautern ??? Im Vergleich zu 1985, bringt die Gesellschaft heute ein "Aluminium–Damenrad", mit Shimano Nexus 7–Gang Rücktritt–Brems–Nabe und Einkaufskorb auf dem Gepäckträger, zum Herrichten, in die "sogenannte Fachwerkstatt" !!
1985 das Krautern. 2014 das Herrichten... Ist das vom Intellekt nicht identisch ???
Definition Herrichten oder Krautern:
Herrichten=nicht fachgerechtes Reparieren.
Krautern=in seinen Leistungen mäßiger Geschäftsmann od. Handwerksmeister o. Ä. (aus DUDEN)...

Wann akzeptiert die Fahrradbranche endlich das der Zweirad–Mechaniker nicht Schuld
ist an den ganzen Problemen die unsere Branche heute noch hat, durch Gesellschaftliche Abwertung,
Berufs–Quereinstieg, China Fabrikschrott, Mitarbeiter–Fluktuation, nahezu jährlich Technik– und Modellwechsel
...
Sondern das der Zweirad–Mechaniker ein der Fahrrad–Branche zugehöriges Berufsbild ist...

Meine Berufliche Laufbahn hat immer und immer wieder dasselbe Muster gezeigt:
Gefrustete Mitarbeiter in der Werkstatt,
abgelutschte Werkzeuge,
keine Ordnung,
kein ordentliches Werkstatt–Inventar.
Verkäufer die gegen die Werkstatt/ Montage arbeiten,
hilflose ideenlose Berufsfremde Vorgesetzte...

Positive Veränderungen der letzten Jahre in der Fahrrad–Branche haben doch nur die
Büro–Etage und die Verkaufsräume erreicht...
Was vorne im Verkaufsraum dem Kunden gegenüber als Professionalität kommuniziert wird,
mit modern gestalteten Verkaufsräumen,
meterlangen One–Brand Verkaufsdisplays,
Fahrrad–Konfigurator mit Tablet PC,
Touch Screen Kassensystem,
Service–Terminals,
Fahrradteststrecke...

...die Professionalität endet HEUTE noch... mit Versagen...
beim... Überschreiten der Schwelle zur Werkstatt...
Arbeiten, Denken und Handeln wie vor 20 Jahren beim Thema Werkstatt und "zugehöriger Beruf"...

Werkzeuge liegen auf dem Boden herum.
Fahrräder sind an billigen Ketten schaukelnd aufgehängt.
Unordnung von links nach rechts.
Zusammen gebastelte Werkstätten... ohne Arbeitsplatz–Ergonomie oder sonst was.

Bewirbt man sich dann innerhalb der Fahrrad–Branche auf andere Stellenangebote, z. B für den Innendienst,
bekommt meistens der Berufsfremde die Stelle aufgrund "besserer Referenzen"... Was für Referenzen ???
Wenn ich alleine die Mitarbeiter–Rotation der letzten Jahre in den Bielefelder Fahrrad–Fabriken sehe...
Ob im Büro–Innendienst oder in der Produktion. Vom Betriebsleiter runter bis zur Aushilfe ...
O–Ton: "Frank wir suchen wieder jemand hochkarätiges für den Innendienst". "Am besten einen
mit E–Bike Berufserfahrung"...

Fazit E–Bike:
Es soll 2014 endlich ein Berufsupdate in Richtung E–Bike Mechatroniker kommen...
Dann bin ich mal gespannt... Wie dieses neue Berufsbild all die System–Vielfalt ohne Normung bedienen soll...
Der Umgang mit der E–Bike Technik bei Großhändler muß professioneller werden !!! Im Moment haben die meisten bei Problemen keinen Elektronik–Ingenieur im Unternehmen... Die sind aufgrund der System–Vielfalt selbst überfordert und reduzieren sogar ihr E–Bike Sortiment...
Die Automobiel–Branche macht es uns immer noch vor... Fahrzeugdiagnosesysteme und Werkzeuge oder Software werden gleich paralell mitentwickelt z. B für den folgenden Modellwechsel...
Federgabeln müssen unbedingt an E–Bikes technisch angepasst werden... "Die sind leicht überfordert"...
Mittlerweile haben wir die 3.te BOSCH E–Bike Veränderung bei diesen einem Hersteller...
Und die anderen Antriebssysteme noch dazu !! Wo soll das hinführen ???
Das wäre ja so als könnte ein KFZ–Mechatroniker mit nur einer Ausbildung jede Fahrzeugmarke reparieren...
Von BMW zu VW. Von Mazda zu OPEL. Von AUDI zu Renault usw...
Elektronik, Laptop und Übertragungs–Systeme sind ja überall gleich genormt... :-) :-)

Fazit "hochkarätige" Fachleute/ Facharbeitermangel:
Wo sollen die hochkarätigen Fachleute denn herkommen ??? Es gibt keinen Meisterzwang, oder mindestens 5–jährige Gesellenbriefzeit bei Eröffnung eines Geschäftes (Selbstständigkeit). Selbst "viele" große Fachhändler und auch Unternehmen vermitteln nicht richtige Ausbildungsinhalte ! Wie sollen die das denn auch mit "ihren Bastel Werkstätten" fachgerecht, und nach den Anforderungen der Fahrrad–Branche oder Arbeits–Marktes entsprechend umsetzen ??? Mein Meisterbrief hat 10,000,– Euro (20,000–, DM) gekostet. Eine recht große Summe um immer und immer wieder abgewertet zu werden...

Fazit Umdenken Industrie !!!!
Wenn im Jahre 2013 real, in einer mir gut bekannten Fahrrad–Fabrik mit gehobenem Produkt–Programm,
der Betriebsmeister ein Fahrrad auf "Pappkarton–Stapel" ablegt, um dieses zu demontieren !
Wenn bis Dato in diesem Unternehmen nicht mal investiert wurde (Investition=Handeln=Wertschätzung),
um z. B einen kleinen Werkstatt–Montagebereich außerhalb der Fließ–Band–Montage, von 2,5 x 2 mtr einzurichten !!!
Wenn eine Unternehmenskultur, immer noch so ausgerichtet ist, keinen Beweggrund zu sehen für Handeln...,
muß man sich doch fragen, ob das noch zeitgemäßen Denken und Handeln entspricht !!
Also quasi immer ein... NICHT HANDELN... Nicht zu investieren in die Montage oder evtl. kleinem Montagebereich !
Also "Pappkarton–Stapel" nutzen...???
Und das Unternehmen kommuniziert Produkte wie Gates Zahnriemen–Antrieb oder Pinion 18–Gang Getriebe !!!
Passt das noch zusammen ???

Wir sind in der Gesellschaft mittlerweile beim VW Golf 7... nicht mehr beim Golf 1 oder OPEL Manta B mit Irmscher Ausstattung, in Bezug auf Kommunikation, Technik und Montage/ Werkstatt–Standards...
Die Fahrrad–Branche hingegen, die gegenwärtig Technik, wie E–Bike, 6000,– Carbon Rennrad, Pinion 18–Gang Getriebe, Hydroforming–Alurahmen, 1 x 11 Kettenschaltung in die Gesellschaft als "up to Date" hinein kommuniziert, ist stehen geblieben bei Werkstätten– und Montagestandards wie vor 30 Jahren..... Passt das noch zusammen ???

Das ähnelt ja oben meinem Artikel, Werkstatt–Definition: In Autosprache erklärt, an das Autohaus mit
Wellblech–Werkstatt und "Euro Paletten" als "Hebebühnen Ersatz"...
Warum dieses "NICHT HANDELN"...in der Fahrrad–Branche so "fest verankert" ist...???
Oder lieber weiterhin um sich zu behelfen, Pappkarton–Stapel nutzen ???
Ist das Leidenschaft und Fahrrad ??? Oder rationales Fahrrad–Industrie–Denken ???

So kreativ wie die Fahrrad–Branche beim Entwickeln von Fahrrad–Typen ist... wie Enduro MTB, Urban Bikes, Light–Freerider, Flatland–BMX, All–Mountain–Fully, CC Race–Hardtail, 29er, Reiserad, Singlespeeder, Tiefeinstieg–Cityrad...
so gehemmt wirkt sie wenn es um praktische Umsetzung geht, rund um das Thema Montage...

Fazit Umdenken Fachwerkstatt !!!!
Das zugehörige Berufsbild... Zweirad–Mechaniker od. Fahrrad–Monteur...
geht bei dem Branchen–Typischen Zustand der... "Werkstatt–Abwertung" mit unter...
Wenn ich die ganzen Probleme sehe, mit denen ich seit 17 Jahren im Werkstatt–Bereich konfrontiert werde...
und viele Werkstätten noch dieselben alten Standards haben...
Und wenn gegenwärtig vom Mechaniker erwartet wird..., fachgerecht ein modernes hochwertiges Trekkingrad
zu montieren..,
damit dann dieses hochwertige Fahrrad dem Kunden übergeben werden kann..., vor der Saustall Werkstatt...
unter dem Schild..., Werkstatt–Annahme"... vom gut verdienenden Top–Verkäufer...

Passt das alles noch zusammen ??? Hochwertiges Fahrrad... Saustall Werkstatt !! Abgewerteter Zweiradmechaniker !!
Müßte das nicht mal langsam zum... "Umdenken animieren" ???
Ist das immer noch nicht Beweggrund genug um die Werkstatt als ein "Teil des Ganzen" zu akzeptieren !!
Damit z. B nächste Woche damit angefangen wird die Werkstatt Neu zu Streichen... !!!
Oder Metall–Regalwände aufzustellen und mit Kunststoffkisten sortiert zu bestücken...
damit z. B dieses lächerliche Suchen des passenden Entlüftungs–Kits aufhört...
Eine Kiste Magura Disc, eine Kiste Magura f. Felgenbremse, eine für SHIMANO Disc,
eine für AVID Disc, eine für TEKTRO Disc, eine für Hayes Disc, eine für HOPE Disc...
Ich kenne die ganzen täglichen Probleme im Werkstatt– und Montagebereich...
Vielleicht als Blickfang "eine Werkzeugwand mit geometrisch ausgerichteten Werkzeugen"...
...eine solche habe ich schon 1997 im Unternehmen eingerichtet und Jahrelang eingepflegt :-)
Den Chef überzeugen, das er ein "Werkstatt–Investitions–Sparbuch" anlegen soll...
Macht doch mal gemeinsam ein Meeting... und schreibt eure Ideen auf... Chef und Mitarbeiter...
So dermaßen kreativlos, hilflos, unorganisiert kann eine Branche und ihre Mitarbeiter doch nicht sein...

Fazit Qualitätsmanagement. Scheitern durch Scheitern ersetzen !
Beispiel Innenlagerstandards...
Gary Klein hat von ca. 1987 bis 1996 das sogenannte eingepreßte Innenlager mit Vierkant–Achse im Markt
Maßhaltig umgesetzt... Das ist Fakt...
Basierend auf einem sauber ausgedrehtem Innenlagergehäuse, in dem Industrielager (DIN 6003 RSR) mit Loctite eingeklebt wurden...
Ein Industriestandard wie beim Maschinenbau.
Wenn ich hier in meinem "Tabellenbuch Metall" (Bekommt man in der Ausbildung) hineinschaue, unter, ISO–System für Grenzmaße und Passungen wird dort alles Technisch kommuniziert...
Ich frage mich... warum in der Fahrradbranche beim aktuellen BB30 Innenlagerstandard, immer negativ von Fertigungstoleranzen gesprochen wird ???
Es heißt in der Branche... das nicht genügend Fachkompetenz vorhanden sei, um Maßhaltig die BB30 Innenlager–Gehäuse zu produzieren... (der Beruf wäre, CNC Zerspanungs–Mechaniker) !!
Das Tabellenbuch zeigt mir hier... Nennmaß.., Höchstmaß Bohrung.., Mindestmaß Bohrung..,
oberes Abmaß Bohrung.., unteres Abmaß Bohrung...
.
Also woran scheitert es wieder ???
Wir scheitern quasi am, oberes Abmaß Bohrung, unteres Abmaß Bohrung... ???
Oder hat der BB30 Innenlagerstandard gar keine fest definierten Maße ???
Also die Maße... die der CNC Zerspanungs–Mechaniker mit einem CNC Drehautomaten, nach Technischer Zeichnung umsetzen muß !!
Prüfen, Messen, Prüfen, Messen. Dadurch Ausschuß definieren...
Ist der Maschinenpark extrem veraltet. ??? Sind die Fachleute angetrunken vom Reiswein ???
O–Ton eines Bekannten der als Werkzeugmacher arbeitet, und Werkzeuge für den Golf 7 gebaut hat: "Ich bin verpflichtet worden drei mal nachzumessen". "Wehe es passieren Fehler". "Das waren die Worte meines Meisters"....

Dieses BB30 Scheitern kommunizieren wir mit dem Wort..., Fertigungstoleranzen...
Was macht dann die innovative Fahrradbranche... ?? Sie verkompliziert alles noch, und unterteilt den BB30 Innenlagerstandard in mehrere Maße, bis keiner mehr Durchblick hat...
Der Kunde ist gefrustet weil er die Shimano Kurbelgarnitur (SHIMANO Branchenriese) nur montieren kann
durch Adapter–Lösung...
Die Adapter–Lösung funktioniert oft auch nicht, weil es dann wieder heißt: "Ich kann den Adapter zwar nach BB30 Maßen herstellen, aber nicht garantieren das er passt, wegen den Fertigungstoleranzen beim BB30 Innenlager–Gehäuse".
Also ist das doch ein... Scheitern durch Scheitern ersetzen...
Scheitern Standard BB30. Dann leider Scheitern der Adapterlösung...

Was macht die Branche... Sie kommuniziert jetzt einen neuen BB30 Innenlagerstandard !!!
Den sogennanten BB30 PRESSFIT Standard...
Mit BB30... 30 mm Tretlager–Welle und für ein Innenlager–Gehäuse mit 46 mm Innendurchmesser !!
Wir versuchen jetzt unsere scheiternden Fertigungstoleranzen so zu kommunizieren,
das wir die Industrielager eingedrückt in Nylon-Schalen, mitsamt dieser Nylon–Schalen,
in das Innenlager–Gehäuse des Rahmens pressen...
Das erinnert mich stark an mein GT Performer Freestyle BMX von 1985, wo ich ganz stolz Aluminiumschalen
mitsamt der revolutionären "SEALED BEARINGS" Industrielager, in den Rahmen eingeschlagen habe...
Der 80er Jahre BMX Standard wird heute als US BB TYPE kommuniziert...
Ist BB30 PRESSFIT nicht irgendwie Rückschritt zum BMX Innenlagerstandard der 80er Jahre ???
Der ja stark von der Umsetzung dem BB30 PRESSFIT ähnelt...
Oder ist BB30 PRESSFIT doch die bessere Lösung wiederum... als dass System...SHIMANO Pressfit... ???
SHIMANO PRESSFIT ist der eigene Innenlagerstandard... von SHIMANO...
Blickt das noch einer ??? :-)

Adapter–Lösung– Lenkerklemmung
MTB Oversize 31,8 mm Lenkerklemmung am Beispiel Trekkingrad...
Da hatten wir vor ein paar Jahren folgendes Problem im Laden...
Vom Hersteller ausgeliefert wurden die Trekking–Modelle mit dem 31,8 mm Oversize Vorbau– und Lenkermaß...
Winkelvorbau AHEAD (verstellbar), kombiniert mit einem MTB Downhill–Lenker mit 31,8 mm...
Radtyp: Trekkingrad, 8–Gang Nabenschaltung...
Zielgruppe (Kunde): Otto Normal, mit Wunsch nach wartungsarmer Nabenschaltung und aufrechte Sitzposition...
Der Kunde will keinen breiten sportlichen Downhill–Lenker, sondern dem Trend entsprechend einen Touren–Lenker
für aufrechte Sitzposition...
Der Winkelvorbau war schon komplett nach oben gestellt, und konnte wegen AHEAD–System nicht noch
weiter erhöht werden...
Die erste Idee war... Einfach den Downhill–Lenker demontieren und ersetzen durch einen hohen Touren–Lenker...
Jetzt das Problem... Die Touren–Lenker hatten zu dem Zeitpunkt am Markt aber noch das klassische dünnere
25,4 mm Lenkerklemm–Maß...
Jetzt standen wir im Laden vor der Frage.... Sollen wir bei allen angelieferten Rädern den Vorbau und den Lenker
demontieren und beiseite legen ???
Also wieder drauf zahlen als Händler und Werkstatt wegen Neurad–Umbau ???
Weil die Industrie wieder einmal... "an der Zielgruppe (Kunde) den Fahrrad–Typ vorbei konstruiert" hat !!!
Und die Aussage des Hersteller war: "Da müßt ihr halt dem Kunden das Fahrrad so verkaufen wie wir es
konstruiert haben"...

Was wurde es wieder zum Schluss... Eine Adapterlösung...
Der originale Oversize Vorbau... wurde mit... "Adapterhülsen für Lenkerklemmung"...kombiniert.
Beim montieren der Adapter konnte man gleich schon wieder... "Die eingebaute Kerbwirkung"...
am Lenkerklemmbereich erkennen....
Dünner Touren Lenker mit 25,4 mm... dazwischen Aluhülsen... Großer OS Vorbau mit 31,8 mm...

Berufsbild Zweirad–Mechaniker
Das Berufsbild Zweirad–Mechaniker... könnte man auch umbenennen in...
Zweirad–Mechaniker... Fachrichtung: Schadensbegrenzung
Ich begrenze in meinem Beruf Schäden an Neufahrzeugen...

Definition begrenzen aus DUDEN: eingrenzen, reduzieren, eindämmen, (Technik) abdrosseln

Wenn man sich mit anderen Mechaniker austauscht, egal jetzt ob Berufs zugehörig oder Berufsquereinsteiger,
klagen viele das gleiche Leid und Lied...
Was die mir teilweise für Geschichten erzählen... Das ähnelt genau meiner, leider sehr oft negativen Erfahrung,
in Bezug auf Werkstatt...
Vorgesetzte schreien in der Werkstatt rum... "Warum sieht es hier aus wie im Saustall" ??? Aber gleichzeitig wurde die Werkstatt in ihrer gesamten Biografie abgewertet... Hilfs–Bastler wurden eingestellt... NICHT in die Werkstatt Investiert... Keine guten Löhne im Gegensatz zum Verkauf oder Büro gezahlt...
Wenn ich noch all die Geschichten hier einbringen würde.., die mir zugetragen wurden von Zweirad–Mechaniker aus der motorisierten Zweirad–Branche (Roller, Scooter) ... Das gleiche Trauerspiel... !!!

Definition ABWERTUNG:
Abwertung ist das Weglassen der Wertschätzung.., die man hätte bekommen sollen.., für zuvor positives Handeln.

...anders ausgedrückt...

Vor der Abwertung.., steht die Wertschätzung.., für positives Handeln.

Ich sehe das nicht als Jammern hier, sondern eher unterlegt mit Fakten...
Meine Berufserfahrung aus 17 Jahren.
Die Erfahrungen mit dem Produkt Fahrrad von der Kindheit bis dato.
Die mir zugeteilte negative Berufserfahrung anderer.
Gesellschaftliches Verhalten zum Fahrrad.
Das Verhalten der Branche zum zugehörigen Berufsbild.
Immer wieder die Auseinandersetzung (Konflikt) mit negativen Sachverhalten, in Bezug auf berufsfremde
hilflose Vorgesetzte oder versagende Produkte...
Wer mich privat kennt weiß wovon ich hier rede, bzw schreibe...
Es muß einer den Anfang machen... Dann bin ich es halt :-)
Manchmal frage ich mich... Ist das die sprichwörtliche... Liebe zum Fahrrad...

Der MEISTERBRIEF muß weg !
Eine Veränderung würde ich gerne umsetzen...
Der Meisterbrief im Zweirad–Mechaniker Handwerk sollte am besten wegfallen. Wie geschehen in vielen anderen Handwerks Berufsbildern auch...
Der Zweirad–Mechaniker Gesellenbrief wird wird wohl demnächst geändert auf... ZWEIRADMECHATRONIKER/IN...
(Gelesen beim Bundesinnungsverband)... Start ab August 2014... mal was positives...
Ich würde den Meisterbrief wegfallen lassen aus folgenden Gründen:
Weil viele Fahrrad–Geschäfte ohne Meisterbrief, ohne Zweirad–Mechaniker Gesellenbrief, ohne artverwandtes Berufsbild eine Werkstatt/ Reparatur betreiben... Das ist Fakt in unserer Branche.. Diese Geschäfte bekommen von den Herstellern die gleichen Produkte zu der gleichen Kondition...
Egal ob sie ein schlechtes Image am Markt haben oder eine "Chaos–Werkstatt– betreiben...
Wofür dann noch einen Meisterbrief ??? Fürs Image ??? Bezahlt der Kunde dafür Aufpreis ?? Bin ich dann ein besserer Mechaniker ??? Habe ich damit bessere Sozial–Kompetenz erworben ??? Habe ich damit bessere Chancen am Arbeitsmarkt ???
Drei Straßen weiter mein Konkurrent, der Berufs–Quereinsteiger der schön die 10000,– Euro Meisterkosten gespart hat... und dieselben Produkte im Schaufenster stehen hat !!
...und dann kommt noch nicht einmal..., "die Innung"..., und schließt diese selbsternannte Bastelwerkstatt !!!
In Vorstellungsgesprächen wurde mir gegenüber sehr oft unmissverständlich komuniziert das man noch nie einen Meister hatte im Unternehmen, und das man einen solchen auch nicht benötigt ! Wir haben doch nicht mal eine feste Tariflohn–Struktur.... in unserer Branche...
...meine Idee ist..., halt ein moderner, aufgewerteter, inhaltlich der Zeit entsprechender Gesellenbrief... den man zusätzlich durch ein Zertifikat aufwerten kann, in Richtung Qualifikation für eigene Selbstständigkeit...
Das wäre ehrlicher... weil die Branche den Meisterbrief selten Wertschätzt und umgeht...
Dieses Zusatz–Zertifikat ersetzt einfach den Meisterbrief... Vielleicht optisch auch schön gestaltet...
Die Zusatzbezeichnung (Zertifikat) könnte man ja z. B benennen als.., certified bicycle store manager, certified bicycle store repairman/woman, certified bicycle mechanic..., usw, usw, usw...
Der Meisterbrief hatte doch immer als Konkurrent... den selbsternannten Bastler... Ist das noch Zeitgemäß ???

ZWEIRADMECHATRONIKER/IN...
Gesamte Fahrradtechik und E–Bike
Abschluß: Gesellenbrief.

Bei Weiterbildungswunsch (Zertifikat)... Mindestens 3 bis 5 Jahre nachweisbare Gesellenzeit. Dann Aufbauend Ergänzen durch die beiden Ausbildungs–Inhalte, Teil 3 Fachkaufmann, Teil 4 ADA (Ausbilderschein), vom wegfallenden Meisterbrief.
Dann wären die Ausbildungskosten gegenüber dem Meisterbrief geringer, wegen dem Wegfall der beiden Meisterteile, Teil 1 + 2 (Fachtheorie, Fachpraxis)... Auszuweisen mit einem Zertifikat...

ZWEIRADMECHATRONIKER/IN... mit Zertifikat... !!!
Abschluß: Zusatz–Zertifikat.
Berechtigung zur Selbstständigkeit, (eigenes Fachgeschäft).
Berechtigung zur Führung eigener Fachwerkstatt.
Er darf Ausbilden.
Führungsaufgaben übernehmen z. B in Industrie.
Führungsaufgaben übernehmen z. B im Großflächen–Fahrrad–Einzelhandel.

Ich behaupte die Zeit ist reif, für ein ehrliches, modernes, eigenständiges, zeitgemäßes Fahrrad–Berufsbild.., das sich am Markt Konkurrenz–Fähig gegenüber den "Berufsquereinsteiger" und den "Selbst ernannten Experten" beweisen, bzw durchsetzen muss... Ein gelernter Zweirad–Mechaniker–Meister, der noch 10000,– Euro (20000,– Deutsche Mark) bezahlen muß, um sich dann gegen die Bastler–Konkurrenz durchzusetzen, die sogar noch in der eigenen Branche bevorteilt werden...
"Die Handwerks–Einstellung ist nicht Berufsfördernd für das eigene zugehörige Berufsbild" !!!
"Der Berufsquer–Einsteiger wird bevorteilt von der mit berufsfremden durchfluteten Fahrradbranche" !!!
"Der Berufszugehöhige muß noch 10000,– Euro bezahlen um sich von berufsfremden Abwerten zu lassen" !!!
Das hört sich an wie ein gerade gemachter Witz durch einen Comedian...
...und die Abgrenzung von der Motorisierung ist halt vorgegeben, durch die extreme technische Weiterentwicklung des Fahrrades alleine der letzten 5 Jahre...
Ein Meisterbrief kann doch sowieso nicht mehr beide Bereiche abdecken..., also Motorrad (Motorisierung, Moped, Roller) und die gesamte Fahrrad–Technik incl. E–Bike !!! Das ist doch Rentner Träumerei im Handwerk...
Ich kenne auch Zweiradmechaniker–Meister beim Motorrad die mich in meiner Denkweise bestätigen...
Du bist das eine, oder du bist das andere... Und diejenigen die beides möchten oder müssen, sprich ländliche Fachhändler die Roller oder Rasenmäher vertreiben, sind halt gezwungen z. B längere Praktika in einem Motorrad–Fachgeschäft auszuführen...
Diese Praktika könnte man ja mit einem Zertifikat... ausweisen...

Es gab mal Zeiten in der Gesellschaft..., da stand der Meisterbrief.., "für Qualität und Aufstieg in die Mittelschicht"...
Mein erster Job 1991, direkt nach meiner Gesellenprüfung, war in einer Bielefelder Fahrrad–Fabrik, die zwar heute nicht mehr existiert, die damalig aber hochwertige Ständer, Schutzbleche und Gepäckträger produziert haben...
Fabrik ESGE und Marby... Marke: ESGE/ Pletscher...
Der am Anfang der 90er Jahre unvergessene, ESGE Safari 3 Aluminium/ Kunststoff Gepäckträger für damalige hochwertige Stadt–Fahrräder...
Definition Fahrradtyp 1991: Hochwertiges Stadtrad... mit z. B damals in Bielefeld produziertem MANNESMANN 4130 cr–mo Rohr, handgelöteter Rahmen, 5–Gang SACHS Pentasport Nabenschaltung, Esge Schutzbleche und Esge Gepäckträger usw, usw...
In dieser kleinen Fabrik, die sogar einen eigenen Werkzeugbau unterhielt, hatte der Meister ein eigenes Büro. Ich kann mich noch an die "Märklin Eisenbahn Modellzüge" erinnern.., die in diesem Büro auf einem Brett an der Wand standen...
Das damalige Hobby des schon etwas älteren Meisters, welches mir auf neugierige Nachfrage hin bestätigt wurde... :-)
Der Herr Meister lief Morgens im grauen Kittel durch die Werkhalle und verteilte die Arbeit...
Da waren z. B Anlernkräfte die im Akkord per Hand Teile in die Stanzautomaten einlegen mußten.
Da standen große laute Maschinen, die meterlange Drahtkabel in sich hineinzogen, um sie dann umzuformen zu den Schutzblech–Streben...
In meiner Abteilung waren die Stanzautomaten..., kurz gesagt..., vorne am Automaten die Blechstreifen rein..., hinten umgeformt fertig raus :-) ...
...für die Blech "Schiebelasche" am Schutzblech, und die Blech "Anlöt Ständerplatte" (zum Anlöten unter den Kettenstreben beim Stahlrahmen) usw, usw...
Da kam dann irgendwann der Meister in meine Abteilung, gab einem die Hand und sagte: "Guten Morgen Herr Wedekind". Alles klar bei Ihnen ???" "Gibt es hier Probleme, Herr Wedekind ???" "Welcher Auftrag ist in der Maschine ???" Wieviel Teile müssen noch gestanzt werden ???" "Machen die Werkzeuge Probleme ??? usw...
Am Ende des "Stanzautomaten" kamen die Blech–Schiebelaschen auf einem Fließband heraus und fielen in eine große Blechkiste... Dort nahm der Meister ein Teil heraus, und prüfte mit einem Muster–Schutzblech.., ob diese gerade gestanzte Schiebelasche, über das Schutzblech zu schieben ist...
Dann schaute er sich die gestanzten Aussparungen an der Schiebelasche an.
Dann sagte er meist immer dasselbe: "Schauen sie hier, der Grat an der Aussparung, könnten Abnutzungsspuren von den Lochstempel sein" "Bitte immer wieder optisch prüfen.., wichtig !"
...Die damalige Qualitätskontrolle durch den Meister...
...Der Meister als solcher in seiner Arbeitsweise positiv im Unternehmen bestätigt !!!
Dann verabschiedete sich der Meister meist mit den Worten: "Immer schön auf Druckstellen achten an den Teilen, Herr Wedekind !" "Sonst sofort Maschine aus und Werkzeug hochfahren".

"Das war 1991 in der Fahrradbranche noch professionelles Arbeiten in Bezug auf Denken und Handeln" !!!

...das war für mich noch eine Zeit, wo ich zu diesem Berufsbild Meister mit Respekt aufgeschaut habe...
und wenn ich heute 23 Jahre später.., selbst einen Meisterbrief tragend.., beide Generationen miteinander vergleiche, muß ich leider sagen das ich mich für die gegenwärtige abgewertete Meisterbrief Ideologie, so dermaßen schäme...
...wie heutzutage, diese sich selbst ernennende Fahrrad–Experten–Branche...,
...ihren eigenen zugehörigen Meisterbrief, wie Karl Arsch behandelt, abwertet...

Definiton Maschine und Produkt:
Maschine:
bei Google.de Bilder Suchbegriff= Stanzautomaten oder Umform Werkzeuge
Produkt ESGE Fahrradzubehör:
bei Google.de Bilder Suchbegriff= Esge Schiebelasche od. Esge Schutzblech od. Esge Ständerplatte (dünnes Blechteil !)

Fazit Fahrradmonteur: Unser bezeichnendes negatives Auftreten/ Handeln/ Umsetzen/ Abwerten...
...und wie ich dann gesehen habe, im Jahre 2012, wo ich bei einem großen Bielefelder ZEG Fahrradhändler mit Meister–Werkstatt, 5 Monate befristet in der Vormontage als Fahrradmonteur gearbeitet habe...
...ist das heutige bezeichnende negative Spiegelbild unserer Arbeits– und Denkweise das Berufsbild, Fahrradmonteur !
Diese Fahrradmonteure.., die inhaltlich abgestuft sind auf nur 2 Jahre Ausbildungszeit..., gegenwärtig..., in der Vormontage auf dem Boden kniend herum kriechen, um die zuvor ausgepackten Komponenten wie z. B Sattelstütze, Steuersatz, Vorbau, Lenker zu sortieren..., um diese dann an das HIGH–END–Fahrrad anzubauen...
Damit dann dieses HIGH–END–Fahrrad..., schnell, schnell, schnell, in dem zusammengeschusterten Vormontage–Fließband–Bereich endmontiert werden soll !!!
Wo mir gegenüber, noch vom Werkstatt–Meister, dieser zusammengeschusterte Arbeitsbereich, als hoch professionel dargestellt, bzw kommuniziert wurde... (wie Lächerlich) !!!
Damit im Anschluß.., dieses schlecht endmontierte Fahrrad.., in den Top modernen, sehr aufgeräumten, Verkaufsraum geschoben wurde...
Worauf dann der gut verdienende Verkäufer sehr oft unzufrieden war, mit der schlechten Umsetzung der Endmontage...,
weil einige der Kunden bei der ersten Probefahrt vor dem Radgeschäft, z. B den sich wegdrehenden losen Lenker.., die rasselnde Schaltung oder die schleifende Bremse dem Verkäufer aufgezeigt hatten...
Und der Verkäufer dann dieses Scheitern, abwertend gegenüber den Fahrradmonteuren bzw dem Vormontagebereich kommunizierte...!!
Da kann ich leider nur sagen... einfach nichts dazu gelernt liebe Fahrrad–Branche... eher alles weggelassen...!!!
Das Qualitäts–Denken weg... Fachgerechte Ausbildungs–Inhalte weg... Fachgerechte Umsetzung/ Handeln weg...

"Der MEISTERBRIEF/ ist beraubt um seiner Ideologie/ nur noch eine große Luftblase in der Fahrrad–Branche"

Der Meisterbrief steht für, Qualitätsbewusstsein, Qualitätshandeln, Qualitätsdenken...
Aus DUDEN: Synonyme zu Ideologie: Ansicht, Denkart, Einstellung

Wenn ich noch anmerken darf... das hier in Bielefeld aufgrund damaligen industriellen Gegebenheiten...
der "Nähmaschinen–Mechaniker" in den Fahrradberuf mit eingeflossen ist... :-)

...und letztens noch auf der "VELOTRAUM" Webside gelesen... Der Link: Service > Stellenangebote > Quereinsteiger–Modell PDF Download..... ...sehr gute gelernte Zweirad–Mechaniker sind rar...
...Zumal die Qualität des noch jungen Ausbildungsberufs –Zweiradmechaniker; Fachrichtung Fahrrad – noch sehr zu wünschen übrig lässt...
Passt das alles noch so zusammen in dieser Branche... ?????

Hier ist Schluß mit dem Ganzen..... und endet mit einem Nachruf an Gary Klein...
vor dem ich heute, "aus reiner Mechaniker Sichtweise gesehen", immer noch Respekt habe
und einfach begeistert bin von seinem KLEIN ATTITUDE...

GARY KLEIN... Der Aluminium Pionier... hat der gesamten Fahrradbranche schon vor 24 Jahren, bei Einführung des Modell ATTITUDE (1990), eine solche Pionierarbeit angezeigt, was Professionaltät, System–Integration, Maßhaltigkeit, Kommunikation und fachliche Umsetzung angeht...
Wo die Fahrradbranche heute noch so bitterlich dran scheitert...
Gary Klein seine Produkte sind doch unter anderem an der "Inkompetenz der Fahrradbranche" gescheitert...
Wir wollen quasi in der Gesellschaft als eine innovative High–Tech–Branche wahr genommen werden...
Wir fahren einen "dicken Sportwagen"... als Vollcarbon–Rennrad, E–Bike, 29er vor...
Scheitern dann aber bei der Kommunikation des Produktes, der Maßhaltigkeit des Produktes, der fachlichen Umsetzung des Produktes, des sinnvollen weiter Entwickeln des Produktes...

Definition Pionierarbeit aus DUDEN: wegbereitende Arbeit, bahnbrechende Leistung auf einem bestimmten Gebiet

DANKE an GARY KLEIN...

Das war nur ein ganz kleiner Auszug aus 17 Jahren Fahrrad–Branche.
Es wirkt alles so derart lächerlich... ist aber meine bittere berufliche Realität.

Frank Wedekind
Zweirad–Mechaniker, Gesellenbrief.
Zweirad–Mechaniker–Meister, Handwerk.